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„MAWLANA-FEST“ IN WIEN

Ein Zeichen für kulturelle Solidarität der persischsprachigen Community in Österreich

WIEN, 13. September 2026.

Fernab politischer Spannungen kamen heute Angehörige der afghanischen, tadschikischen und iranischen Diaspora in Wien zusammen, um im Rahmen einer besonderen Kulturveranstaltung den Geburtstag des berühmten Dichters und Mystikers Mawlana Dschalal ad-Din Muhammad Balkhi (Rumi) zu begehen.

Die Veranstaltung wurde durch die Zusammenarbeit des Zentrums für Kultur, Integration und Sport (AKIS), des Österreich-Tadschikischen Kulturvereins (ÖTK) sowie der afghanischen Diaspora in Europa organisiert. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Literatur und Wissenschaft sowie Liebhaber der persischen Sprache und Kultur verliehen dem Abend eine von Empathie und Zusammenhalt geprägte Atmosphäre.

Moderiert von Fariba Naderi und Hosna Naderi, wurde das Programm zweisprachig auf Persisch und Deutsch eröffnet. Ein feierlicher Auftakt war das Lied „Dil Mastie Parsi“, das in Kombination mit einer symbolisch auf die Bühne getragenen Abbildung Rumis präsentiert wurde.

Zur offiziellen Eröffnung sprachen Ghaussuddin Mir (Leiter des AKIS-Zentrums und Gründer des Quartalsmagazins Bonu), Samira Tadjikuddin (Iran), Abdulchair Turaev (Vorsitzender des ÖTK) sowie Reza Sadat (afghanische Diaspora in Europa).

Vorträge und kulturelle Darbietungen

Der Autor und Forscher Karimi Estilafi unterstrich in seiner Festrede die Bedeutung von Rumis Geburtstag sowie dessen zentralen Stellenwert im kulturellen Erbe der persischsprachigen Welt.

In der Folge gestalteten zahlreiche Kulturschaffende, Dichterinnen und Künstler – darunter Kushan, Amin Haidari, Halima Shakibo, Marzia Haidari, Oramesh, Samira Tadjikuddin, Herr Ansari (Finnland), Mohseni, Masoumeh Safa und Hamid Faizi – das Programm mit Gedichtrezitationen, Beiträgen und künstlerischen Darbietungen.

Ein Höhepunkt des Abends war die Aufführung des traditionellen Sema-Tanzes durch Herrn Yousufi, gefolgt von einem Beitrag von Munisa Mursalzada sowie den Klängen einer iranischen Daf-Gruppe unter der Leitung von Milad Saburi, die vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurden. Neben dem Programm bot die Veranstaltung traditionelle Speisen und Raum für den interkulturellen Austausch bis am späten Abend.

Erste Podiumsdiskussion zu Sprache und Kultur

Ein zentrales Element des „Mawlana-Fests“ war eine Podiumsdiskussion über die Rolle, den Erhalt und die Verantwortung bezüglich der persischen Sprache und Kultur – die erste dieser Art im Rahmen einer solchen Veranstaltung in Österreich.

Unter der Moderation von Sayed Reza Sadat diskutierten Ghaussuddin Mir, Samira Tadjikuddin, Herr Faizi, Herr Mohseni und Ozarmehr Yousufi über den aktuellen Stand der persischen Sprache, den Schutz des kulturellen Erbes sowie die Rolle der persischsprachigen Communitys in Europa.

Kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung

Zum Abschluss bedankten sich die Veranstalter bei allen Mitwirkenden. Die Initiative versteht sich als erster Schritt zu einer stärkeren Vernetzung der persischsprachigen Bevölkerung in Österreich. Der Erhalt der eigenen Sprache und Kultur im Rahmen zivilgesellschaftlicher Freiheiten sei ein grundlegendes Recht jeder Gemeinschaft.

Dabei wurde betont, dass die Pflege der persischen Sprache keineswegs in Konkurrenz zu anderen Sprachen und Kulturen stehe, sondern vielmehr den Weg für einen gesunden Dialog und gegenseitige Wertschätzung ebne. Die Veranstaltung schätze sich vollkommen frei von politischen, ethnischen oder religiösen Bindungen und widme sich ausschließlich der Präsentation des reichen kulturellen Erbes.

Das „Mawlana-Fest“ soll den Auftakt für eine nachhaltige kulturelle Bewegung bilden. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass es trotz des reichen literarischen Erbes im Bereich des gezielten Sprach- und Kulturunterrichts innerhalb der persischsprachigen Diaspora in Österreich noch Aufholbedarf gebe.

Das gemeinsame Auftreten von Menschen aus Afghanistan, Tadschikistan und dem Iran habe gezeigt, dass Kultur ein wirksames Bindeglied für Dialog, Empathie und Kooperation darstellen kann. Die Veranstalter äußerten die Hoffnung, diese Initiative in den kommenden Jahren unter noch breiterer Einbindung von Wissenschaft, Kunst und der jungen Generation fortzuführen.